Vom Wert der Arbeit

  • Achim Schwenkel

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Wessen Arbeit ist die wichtigere: Die des Notarztes, der Architektin, des Künstlers, der Staatscheffin, derjenigen, die die Hoteltoiletten putzen, die deinen Garten oder deine Wohnung in Schuss halten, deinen Müll fortschaffen?... und was ist mit all jenen die "nur" oder "nebenbei" Hausfrau/-mann, Vater, Mutter... sind? Was denkst du? Wird etwa nicht der Wert der Arbeit in Form von äusserer Anerkennung und in der Höhe ihrer Bezahlung ausgedrückt? Und gibt es einen Zusammenhang mit dem "Wert" und damit, wie glücklich jemand mit seinem Job (und darüber hinaus) ist?

 

Dann gibt es vermutlich nur totalglückliche Anwälte und Ärzte (...), während Eltern, Haushaltshilfen, ... überwiegend suizidgefährdet sein müssten. Dafür habe ich aber schon mit zu vielen sehr unglücklichen Anwälten, Ärzten usw. gesprochen. Und ja, mit sehr vielen mental sehr beanspruchten Hausfrauen und Müttern. Zwei Faktoren scheinen mir dabei wichtig: Zum einen, wieviel Wertschätzung das eigene Tun von Aussen erfährt, duch die Kollegen, den Chef, das Umfeld, den Partner... und zum anderen (genz besonders) die eigene Wertschätzung: Wie sehr schätzt du deine Arbeit? Mit welchem Maß an Bewusstheit tust du sie? Bist du mit ganzem Herzen bei der Sache oder möchtest du lieber schon währenddessen ganz woanders sein? Liebst du das, was du tust, oder bist du am Montagmorgen schon mit den Gedanken auf der Flucht ins nächste Wochenende?

Bereitet dir (und/oder anderen) deine Arbeit Freude?

Khalil Gibran hat seine Sicht einmal so ausgedrückt:

Und was heißt, mit Liebe arbeiten?
Es heißt, das Tuch mit Fäden weben, die aus euren Herzen gezogen sind, als solle euer Geliebter dieses Tuch tragen. Es heißt, ein Haus mit Zuneigung bauen, als solle eure Geliebte in dem Haus wohnen. Es heißt, den Samen mit Zärtlichkeit säen und die Ernte mit Freude einbringen, als solle euer Geliebter die Frucht essen. Es heißt, allen Dingen, die ihr macht, einen Hauch eures Geistes einflößen. Und zu wissen, dass die selig Verstorbenen um euch stehen und zusehen.
Oft habe ich euch sagen hören, als sprächet ihr im Schlaf: "Der mit Marmor arbeitet und im Stein die Gestalt seiner Seele wiederfindet, ist edler als der, der den Boden pflügt. Und der den Regenbogen ergreift, um ihn auf einer Leinwand zum Ebenbild des Menschen zu machen, ist mehr als der, der die Sandalen für unsere Füße macht." Aber ich sage nicht im Schlaf, sondern in der Überwachheit der Mittagsstunde, dass der Wind zu den riesigen Eichen nicht süßer spricht als zum geringsten aller Grashalme. Und der allein ist groß, der die Stimme des Windes in ein Lied verwandelt, das durch seine Liebe noch süßer wird.
Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein. Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub für die Stimmen des Tages und die Stimmen der Nacht.

Love it / change it / leave it

Wenn du mit deinem Tun glücklich sein willst, dann sieh ob du es mit Freude tun kannst. Wenn nicht, ändere dein Bewusstsein dabei, mach dich von der Bewertung Anderer frei oder finde die Tätigkeit, die dein Herz erfüllt. Wenn dein Tun nur ein Job für dich ist, dann tust du gut daran, ihn zu einem Beruf (da steckt Berufung drin) zu machen . Nebenbei, wie schätzt du den Wert der Arbeit anderer ein? Vielleicht unterliegst ja auch du der Versuchung, diesen Wert und den Wert der Person in allzu große Nähe zu bringen? Vielleicht sogar in Bezug auf dein eigenes Tun? Das wäre *bedenklich*...


 Was immer es wert ist, getan zu werden, ist auch wert, mit Liebe getan zu werden, und für Geld getan zu werden. Vielleicht denkst du bei Gelegenheit einmal über die (nicht nur monetäre) Entlohnung von Kranken- und Altenpflegenden, Erziehenden, Seelsorgenden usw. nach. Es ist wenig gerecht, wenn der Dienst am Menschen so gering, z.B. das Treten gegen einen Plastikball oder das Vernichten von Privatvermögen dagegen oft ganz anders honoriert wird.

Stets sind es deine Gedanken, die darüber entscheiden, welchen Wert eine Sache hat, oder eben nicht...

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