Myndwaver© -Grundlagen

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Theoretische Grundlagen zum Myndwaver-Konzept

Gehirnwellen sind Schwankungen der elektrischen Spannung innerhalb des Gehirns, die mit einem EEG können an der Kopfoberfläche gemessen werden können. Abhängig davon, in welchem Zustand sich ein Mensch befindet (zum Beispiel wach, entspannt, schlafend), schwingen seine Gehirnwellen in unterschiedlichen Frequenzbändern (beispielsweise Alpha-Wellen im entspannten Zustand).

Mit Hilfe äußerer Reize lassen sich diese Gehirnwellen beeinflussen bzw. stimulieren: Das Gehirn schwingt sich auf eine von aussen wirkende Frequenz ein, geht in Resonanz. Dadurch kann der Mensch gezielt in verschiedene Zustände versetzt werden, in denen man zum Beispiel verbessert lernen oder sich effektiv mental programmieren kann.

Jedes Gehirn besteht aus Milliarden von Gehirnzellen (Neuronen), die durch elektrische Impulse miteinander kommunizieren. Wird Information im Gehirn verarbeitet, so wechseln die beteiligten Gehirnzellen (auch ganze Areale) ihren elektrischen Zustand. Durch diesen physiologischen Vorgang kommt es zu Potenzialschwankungen (in der Größenordnung von 5 bis 100 μV).

Die von den Neuronen erzeugten Potenziale addieren sich entsprechend ihrer räumlichen Anordnung auf, so dass sich über den gesamten Kopf verteilte Potenzialänderungen messen lassen. Da die Potenzialschwankungen auf der Zeitachse ein wellen-ähnliches Bild zeigen, bezeichnet man diese Schwankungen als Gehirnwellen.

Die Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche können mit Elektroenzephalografie-Geräten (EEG) gemessen werden. In einem Elektroenzephalogramm (ebenfalls mit EEG abgekürzt) werden die gemessenen Gehirnwellen graphisch dargestellt.

Im Laufe der Zeit wurde entdeckt, dass sich die elektrischen Vorgänge im Gehirn mit dem Zustand und der Aktivität der Person verändern. Die Gehirnwellen einer schlafenden Person zum Beispiel unterscheiden sich massiv von denen einer wachen Person: Abhängig vom Zustand des Menschen schwingen seine Gehirnwellen in unterschiedlichen Frequenzbändern. Die Gehirnwellenaktivität spielt sich vor allem im Frequenzbereich von 0 bis 40 Hz ab.

Dabei werden die Gehirnwellen in folgende Frequenzbänder eingeteilt:

FrequenzbandFrequenzMental-Emotionale SituationAktivitätMöglichkeit der mentalen Programmierung
Gamma > 38 Hz geistige Höchstleistung, für Zusammensetzung von Wahrnehmungen wichtig z.B.: Hochkonzentriertes Arbeiten nicht bekannt
Beta 12 - 38 Hz wach und aufmerksam, konzentriert, bei vollem Bewusstsein normales Frequenzband während des Tages, Beispiel: konzentriertes Arbeiten nicht sehr effektiv - Einflussnahme jedoch möglich (z.B. auf Aufmerksamkeit)
Alpha 8 - 12 Hz wach aber entspannt, passiv, ruhig, kreativ, Brücke zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein leichte bis mäßige Entspannung, leichte Meditation, Hypnose, nach dem Aufwachen, vor dem Einschlafen, bei Tagträumen sehr gut geeignet
Theta 3 - 8 Hz "Traumzustand", Unterbewusstsein aktiv leichter Schlaf, tiefe Entspannung, REM-Phase / Träume, Meditation besonders effektiv
Delta 0,2 - 3 Hz tiefer, traumloser Schlaf - komplette Ausschaltung des Bewusstseins - Unbewusstsein aktiv längerer Schlaf, komatöse Zustände schwierig, aber z.B. geeignet zur Behandlung Schmerzen
Hinweis: Über die exakten Frequenzbereiche gibt es in der Fachwelt unterschiedliche Meinungen, so wird Beispielsweise wird die obere Grenze des Delta-Bereichs manchmal mit 4 Hz angegeben.

Beta Wellen

Beta Wellen oberhalb von 25 Hz werden vor allem in Stress- oder Angst-Zuständen ausgelöst. Ein Mensch, dessen Gehirn ausschließlich Beta-Wellen produziert, hat meist keinerlei Verbindung zu seinem Inneren. Man könnte die Person in einem solchen Fall als "ferngesteuert", "instinktgesteuert" oder "zombiehaft" bezeichnen.
Ein Teilbereich des Beta-Bereiches ist der sogenannte SMR. SMR steht für "senso-motorischer Rhythmus" und meint den Gehirnwellen-Frequenzbereich von 12 bis 15 Hz. Die Definition dieses Bereiches geht zurück auf die Frage, warum Katzen sehr schnell zwischen Schlafen und hellwach-Sein umschalten können. Untersuchungen ergaben, dass Katzen in den Übergangsphasen vor allem Gehirnwellen im Bereich 12 bis 15 Hz (unterer Beta-Bereich) ausbilden. Für den Menschen kann eine Stimulation im SMR-Bereich zu einem besseren Schlaf aber auch gesteigerten (automatisierten) Leistungen im Sport führen. Jugendliche sind tagsüber oft im Beta-Zustand, was vielfach eine Begleiterscheinung von Konfliktsituationen ist.

Alpha Wellen

Im Alpha-Zustand hat man eine erhöhte Erinnerungs- und Lernfähigkeit, was von diversen Lernsystemen gezielt genutzt wird (z.B. Sprach-Schnellern-Kurse). Der Alpha-Bereich ist die Brücke zwischen äußerer Welt (Beta-Wellen) und innerer Welt (Theta-Wellen). Befindest du dich im Alpha-Zustand, so öffnest du dich der inneren Welt bist aber gleichzeitig noch aufnahmefähig für äußere Reize.

Viele Therapieformen beruhen auf Alpha Wellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Hypnose oder auch die Synergetik-Therapie, die den Alpha-Zustand nutzt um festgefahrene Muster zu verändern. Der Alpha-Zustand kann somit als Brücke zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein angesehen und genutzt werden.

Beispiel: Wenn du morgens aufwachst und danach noch ein wenig vor dich hindöst, hast du Gehirnwellen im Theta-Bereich. Wenn du nun gleichzeitig auch Alpha-Wellen hast, wirst du dich an deinen Traum erinnern können (du hast Zugang zum Unterbewusstsein). Wenn du dagegen sofort in den Beta-Zustand wechselst wirst du dich nicht an deine Träume erinnern können (du hast keinen Zugang zum Unterbewusstsein).

Man kann sich den Alpha-Zustand auch als Standby-Betrieb vorstellen. Vom Alpha-Bereich kann man nämlich jederzeit entweder nach oben (Beta-Bereich) oder nach unten (Theta-Bereich) gelangen. Alpha-Wellen ermöglichen den anderen Gehirnwellen-Bereichen miteinander zu kommunizieren. Wenn du Alpha-Wellen hast, arbeitet dein Gehirn integriert, d.h. du bist wach und bewusst, kannst jedoch gleichzeitig dein Unterbewusstsein ansprechen.

Beispiel: Du hast eine intuitive Eingebung (die aus dem Delta-Bereich kommt). Da dein Gehirn gerade Alpha-Wellen produziert, kannst du dir diese Eingebung logisch erklären (mit Hilfe deiner Beta-Wellen).

Alpha-Wellen sind die Gehirnwellen, die man am leichtesten (willentlich) produzieren kann. Man braucht nur seine Augen zu schließen und schon wird das Gehirn beginnen Alpha-Wellen auszusenden. Auch bei vielen minder aktiven Zuständen, sogar beim Fernsehen kann das Gehirn Alpha-Wellen produzieren. Im Alpha-Zustand werden Botenstoffe (Neurotransmitter) freigesetzt, die für das Empfinden von Glück und Freude notwendig sind (zum Beispiel Serotonin). Junge Kinder sind tagsüber oft im Alpha-Zustand.

Theta Wellen

Gehirnwellen im Theta-Bereich ermöglichen uns den Zugang zu unbewussten Gedanken. Theta Wellen sind auch für unsere Kreativität und lebhafte Erinnerungen zuständig. Spontane Lösungen für ein Problem, über das man z.B. mehrere Tage gegrübelt hat, stammen meistens aus dem Theta-Bereich. Es ist dabei allerdings schwierig, dominante Theta-Wellen aufrecht zu erhalten, ohne dabei einzuschlafen.

Bei Säuglingen und Kindern von 0 bis 4 Jahren bestehen die Gehirnwellen überwiegend aus Theta-Wellen (Traum-Zustand). Ihre Gehirne zeigen dagegen fast keine Beta-Wellen. Ein vermehrtes Maß an Theta-Wellen kann auch ein Zeichen für innerliche Unruhe sein. So produzieren Kinder mit den Symptomen des ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperativitätssyndrom) verstärkt Theta-, aber wenig Beta-Wellen.

Delta Wellen

Körperlich gesehen regulieren Delta-Wellen z.B. Drüsen und Hormone. So wird beispielsweise Dehydroepiandrosteron ausgeschüttet (eine Vorstufe von vielen Hormonen). Delta-Wellen sorgen auch für die Regeneration von Zellen. Der Delta-Bereich fungiert gleichzeitig auch als "sechster Sinn". Delta-Wellen teilen uns Dinge mit, die wir uns rational nicht erklären können, bei denen wir aber dennoch das Gefühl haben, dass sie wahr oder zumindest bedeutsam sind (z.B. Synchronizitäten). Eine Person, deren Gehirn sehr viel Delta-Wellen produziert, kann sich i.d.R. sehr leicht in andere Menschen hineinfühlen.


Gehirnwellen-Stimulation ("Brainwave Entrainment")

Mit Hilfe äußerer Reize (z.B. akustisch oder visuell) können die Gehirnwellen eines Menschen stimuliert werden. Durch Gehirnwellen-Stimulation kann man Entspannungszustände herbeiführen. Gehirnwellen-Stimulation lässt sich jedoch z.B. auch dazu benutzen mit Hilfe verschiedener Bewusstseins-Ebenen Probleme zu erkennen und aufzulösen. Die Gehirnwellen-Stimulation wird im Englischen als "Brainwave Entrainment" bezeichnet.

Arten der Gehirnwellen-Stimulation

Das Gehirn hat die Fähigkeit sich auf eine äußere rhythmische Stimulation einzuschwingen. Wie eine Stimmgabel eine andere Stimmgabel zum Schwingen anregt, produziert das Gehirn Wellenmuster, die die gleiche Frequenz haben, wie das äußere Signal.

Wenn die rhythmische Stimulation auf geeignete Weise konsequent erzeugt wird, kann sie die natürlichen Rhythmen des Gehirns (die Gehirnwellen) beeinflussen. Die Zeitspanne vom Beginn der Stimulation bis zur Ausbildung der entsprechenden Gehirnwelle hängt davon ab, wie gut die Person "trainiert" ist. Bei geübten Personen kann sich die Anpassung/Einschwingung schon nach wenigen Sekunden aufbauen.

Gehirnwellen können durch verschiedene Methoden stimuliert werden:

  • akustische Reize
  • visuelle Reize (z.B. Stroboskop-Licht, Dabei besteht jedoch ein hohes Risiko von Anfallsereignissen)
  • Neurofeedback (Spezialform des Biofeedbacks)
  • direkte Manipulation der Gehirnwellen mittels elektrischer Wechselfelder
  • Meditation und andere Mentaltechniken

Ziele des "Brainwave Entrainment"

Eine der Hauptanwendungen des "Brainwave Entrainment" ist es, den Nutzer in einen Entspannungszustand zu versetzen. Mit Hilfe der Gehirnwellen-Stimulation lassen sich jedoch auch Probleme erkennen und auflösen. Über Alpha-Wellen kann man einen Kanal zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein herstellen und so beispielsweise den eigentlichen Grund für eventuellen Ärger erkennen.

Um Brücken zwischen den Bewusstseins-Ebenen bauen zu können, müssen die Gehirnwellen-Bänder lernen miteinander zu kommunizieren. Dies kann dadurch erreicht werden, dass beispielsweise nur zwei bestimmte Bänder stimuliert werden und diese dann mit der Zeit lernen, zu interagieren. Dieser Lernprozess wird für die verschiedenen Kombinationen durchlaufen bis die Gehirnwellen-Bänder schlussendlich wie in einem Orchester zusammen agieren.

Induzieren von Gefühlen

Gehirnwellen-Stimulation kann bei einer Person bestimmte Gefühle auslösen. Dies ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, da Menschen Gefühle auf unterschiedliche Art und Weise verarbeiten.

Beispiel: Es gibt Personen, die auf Ärger mit sehr vielen Gedanken reagieren (Beta-Wellen) während andere Menschen Ärger einfach ins Unbewusste herunter schlucken (Delta-Wellen).

Akustische Gehirnwellen-Stimulation

Die akustische Gehirnwellen-Stimulation erfolgt über das Hören von rhythmischen Impulsen, die auch als "Beats" bezeichnet werden. Meistens startet die Stimulation mit Frequenzen im Beta-Bereich (~18 Hz). Von diesem wird der Hörer durch das langsame Steigern oder Senken der Frequenzen bis zur gewünschten Zielfrequenz gebracht. Die Wirkung der akustischen Gehirnwellen-Stimulation ist spätestens seit der erfolgreichen Durchführung von Musiktherapien zu medizinischen Zwecken unbestritten.

Es gibt verschiedene Arten die rhythmischen Impulse zu erzeugen:

"Beats"

Die akustische Gehirnwellen-Stimulation erfolgt über rhythmische Impulse. Da das menschliche Ohr nur Frequenzen oberhalb von 16 Hz wahrnehmen kann, werden trickreiche Verfahren angewandt um die tiefen (unterhalb 16 Hz liegenden) Gehirnwellen-Frequenzen zu erzeugen. Die speziellen rhythmischen Pulse werden als "Beats" bezeichnet, wobei folgende Beat-Arten unterschieden werden.

  • Binaurale Beats
    Ein binauraler Beat besteht aus zwei unterschiedliche Frequenzen auf dem linken und rechten Ohr. Die unterschiedlichen Frequenzen führen im Gehirn zu einer niederfrequenten Schwingung deren Frequenz genau die Differenz der beiden hörbaren Frequenz ist.

Beispiel: Hört man auf einem Ohr eine Welle mit 109 Hz und auf dem anderen eine mit 100 Hz, so bildet sich im Gehirn eine Welle mit der Frequenz 9 Hz (109 minus 100) aus. Ein Sound-Beispiel kann man sich in diesem Videokurs* anhören.

Damit binaurale Beats funktionieren können, müssen Stereo-Kopfhörer verwendet werden.

Binaurale Beats haben den Nachteil, dass die im Gehirn entstehende tiefe Frequenz sehr leise ist. Das bedeutet, dass man viel Ruhe und Konzentration braucht um diesen Ton verarbeiten zu können. Die binauralen Beats haben andererseits den Vorteil, dass die beiden Gehirnhälften durch die entstehende Frequenz synchronisiert werden.

Isochrone Beats

Bei den isochronen Beats wird mit einem gepulsten (hörbaren) Signal gearbeitet. Das Signal wird einfach abgehackt, d.h. es kommt ein kurzer hörbarer Ton, dann eine Pause, wieder der kurze Ton, dann wieder eine Pause und so weiter. Wenn man beispielsweise eine Alpha-Welle von 9 Hz im Gehirn erzeugen möchte, wird der Ton 9 mal in der Sekunde dargeboten (mit 9 Pausen dazwischen).

Im Gegensatz zu den binauralen Beats beruht das Funktionsprinzip der isochronen Beats nicht auf unterschiedlichen Frequenzen auf beiden Ohren. Deshalb benötigt man bei isochronen Beats nicht zwangsweise Stereo-Kopfhörer. Man kann auch komplett auf Kopfhörer verzichten und isochrone Beats über normale Lautsprecher hören. Isochrone Beats sind in ihrer Wirkung effektiver als die binauralen Beats. Deshalb sind sie die derzeit meist genutzten Beats im Brainwave Entrainment.

Myndwave

Das Myndwave Konzept kombiniert die unterschiedlichsten o.g. Verfahren mit neuen Techniken, die sowohl über akustische Reize das (Kopf)Gehirn beeinflussen, aber auch gezielt das Bauchgehirn stimulieren und nicht unter den Nachteilen z.B. Binauraler Beats leiden. Das Gesamtwissen fliesst in gezielte Therapeutische Anwendungen, ein möglichst breites Spektrum des aktuellen Wissens bekommt hier ein praktisches Gesicht.

 

 

 

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